Die Musikwelt im Umbruch

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Philos60
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Die Musikwelt im Umbruch

Beitragvon Philos60 » 23. Jan 2004, 18:38

Die Musikbranche ist offensichtlich nur an dem interessiert, was sich verkaufen lässt. Um das heraus zu finden, werden das Konsumentenverhalten und Verkaufszahlen analysiert.

Das Produkt 'Musikstück' soll möglichst den Geschmack der breiten Masse treffen. Wie wohl die meisten hier wissen, ist der Geschmack der Masse nicht gerade musikalisch anspruchsvoll. So bleiben viele Musikstücke der Amateure und Unabhängigen "unerhört" und unentdeckt.

Wenn es so etwas wie eine breit angelegte "Bildung in der Musik" gäbe, könnte sich vieleicht das musikalische Bildungsniveau der Masse allmählich anheben.

Als Nebeneffekt des kostenlosen Mp3-Musikangebots im Internet können viele Internetbenutzer mehr und mehr Musik kennen lernen, die sie sonst nicht "offiziell" zu hören bekommen und sich eine eigene Meinung bilden. Dieser Einfluss des Internets auf den musikalischen Geschmack der Zuhörer ist nicht zu unterschätzen. Allem Anschein nach leidet die Musikindustrie gerade deshalb an Umsatzeinbußen, weil durch das Internet sich allmählich eine neue Musikkultur entwickelt, die das veraltete, sterile und abgeflachte Musikangebot ablehnt.

Ein Großteil des Musikbedarfes wird schon durch das weltweite kostenlose mp3-Angebot abgedeckt, und dabei entdecken die Zuhörer neue "Klänge & Rhythmen", die ihren musikalischen Horizont erweitern. Der "Reiz des Neuen" verändert den Geschmack. Die Generation, die jetzt mit dem Internet erwachsen wird, bestimmt in Zukunft im Wesentlichen das musikalische Konsumentenverhalten.

Daran sollte sich die Musikbranche orientieren. Vielleicht ist auch ein Generationswechsel im Management der Musikindustrie notwendig....?

The Public Exercise Band

Wirklich ein Umbruch...?

Beitragvon The Public Exercise Band » 2. Feb 2004, 20:30

Also - nach meiner Meinung hat es ähnliche Entwicklungen immer schon gegeben. Und der Interessenskonflikt zwischen denen, die Musik machen und irgendwie davon leben wollen/müssen, und denen, die Musik hören und genießen, aber möglichst nicht oder wenig dafür bezahlen wollen, ist bereits im Mittelalter Gang und Gäbe gewesen.
Etwas stärkere Orientierung zu einer besseren, musikalischen Grundbildung (das begänne dann wohl spätestens in den Schulen) wäre natürlich nett :) - aber da viele Schüler heute schon mit einfachen Dingen wie Lesen/ Schreiben/ Rechnen an ihre Grenzen stoßen, ist das derzeit wohl Wunschdenken.
Sicher ist eins: Durch die permanenten Reizüberflutungen (denen im Übrigen ja nicht nur die Jüngeren ausgesetzt/ ausgeliefert sind) ist viel mehr Quantität als Qualität in der "kaufbaren" Musik zu finden. Das läßt sich aber nicht durch einfache Änderungen verändern. Etwas, das einmal erfunden ist, erfindet man leider nicht mehr so rasch weg ("...die Geister, die ich rief, werd' ich nunmehr nicht mehr los..." [frei nach Goethe]).
In der Branche tobt ein Verdrängungswettbewerb zwischen den Großen - und den versucht man dort über "Masse" zu gewinnen - das wird sich auch so schnell nicht ändern, denke ich.
Für die ausführenden Musiker und Komponisten hoffe ich, setzt sich folgendes Denken bald wieder durch: Qualität setzt sich schlußendlich durch - das sollte immer der Eigenanspruch sein, wenn man nicht "ein Produkt vermarkten" will, sondern etwas schaffen will, was "irgendwie mit Kunst zu tun hat", und somit bleibenden Wert erlangt.
Ein Musikstück (das kann eine Kunstform sein...) wird nur dann wirklich ein Kunststück, wenn es um seiner Selbst willen geschaffen wird, und nicht auf einen kurzfristigen, kommerziellen Erfolg hin konstruiert wird. Wenn es dann von hoher Qualität ist, setzt es sich meistens - übrigens oft gegen alle gerade gängigen Trends - schlußendlich auch kaufmännisch durch. Inzwischen hat mein Text nicht mehr ganz 100%ig mit dem Thema zu tun - aber wenn wir schon philosophieren, darf es auch mal etwas abweichen, nicht? :)
Also mal zurück zur Sache(!):
Jedenfalls leidet das Buiz wohl eher deshalb unter Einbußen, weil erstens bei vielen das Geld weniger locker sitzt, zweitens viele mp3- Anbieter sich über Schutzrechte hinwegsetzen (und sich somit unzulässige Wettbewerbsvorteile gegenüber denen verschaffen, die sich daran halten) und drittens die herkömmlich erwerbbaren Tonträger natürlich auch oft unverhältnismäßig zu teuer sind.

Aber schlußendlich - auch unter musikhistorischen Gesichstpunkten, finde ich derzeit keine Schemen, die es nicht schon irgendwann mal gab - lediglich die technische Ausstattung ist eine andere. Und was die sogenannte "breite Masse" angeht - wann hätte die jemals über einen ausgefeilten Geschmack verfügt.

Besten Gruß- Thorsten

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dubhead
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Beitragvon dubhead » 3. Feb 2004, 00:31

Wenn es so etwas wie eine breit angelegte "Bildung in der Musik" gäbe, könnte sich vieleicht das musikalische Bildungsniveau der Masse allmählich anheben
.

ja, ohne worte.

aber da viele Schüler heute schon mit einfachen Dingen wie Lesen/ Schreiben/ Rechnen an ihre Grenzen stoßen, ist das derzeit wohl Wunschdenken.


nö! art & creativity fördert und befreit den geist. würde der schwerpunkt in den schulen darauf gerichtet werden dann würden auch andere fächer besser abschneiden weil die persönlichkeit daran wächst. es gibt doch auch andere schulsysteme wie walldorf oder summerhill. das soll jetzt aber nicht heißen das alle musiker sofort schlau sind. in der entwicklung muß das schon ansetzen.

Ein Musikstück (das kann eine Kunstform sein...) wird nur dann wirklich ein Kunststück, wenn es um seiner Selbst willen geschaffen wird, und nicht auf einen kurzfristigen, kommerziellen Erfolg hin konstruiert wird.


ist immer eine kunstform, oder war andy warhol wegen seiner kommerzader kein künstler? naja sogar bohlen ist einer auf seine art. wer kunst deklassiert verbrennt auch bücher :roll: aber klar das der tv-gau marke dsds reine leutever+++++ung ist. so versuchen sich die großen halt als wohltäter zu retten. wird sich aber auch abnutzen. mal sehen was dannach kommt. vielleicht müssen dann die looser djungelkakalaken essen oder so :lol:

die masse der konsumenten frisst was man ihnen zum fressen gibt bis es aus den ohren wieder rauskommt. wenn der stumpfe geist dann ermüdet ist findet er plötzlich wieder in der subkultur die neuen impulse. siehe punk der 70er. sonst gäbs auch heute keine indies mehr. das hoffe ich doch wenigstens 8)
alles dub oder wat?

The Public Exercise Band

Hi, Dubhead

Beitragvon The Public Exercise Band » 3. Feb 2004, 18:22

Danke für Deine Response, sind ein paar interessante Ansätze drin, die ich tatsächlich nicht vollends berücksichtigt hatte. Geförderte Kreativität ist sicher eine schöne Sache.
Vermutlich erschliessen sich jemandem, der z. B. autodidaktisch Jazz erlernt hat, die Gesetzmäßigkeiten der Klassik leichter, als einem "gelernten" Klassiker sich das Feeling für Improvisation.
Ich persönlich freue mich in erster Linie an der großen Vielfalt, und daran, wenn bemerkbar ist, dass jemand wirklich Freude an dem hat, was er tut. Wem's ausschliesslich um's Geld geht... der kann auch an die Börse gehen.
Wenn Du selber aus der DJ- und Rapper- Szene kommst, dann verstehst Du am besten, was ich meine: Wichtig ist Authenzität. Ich muss jemandem das abnehmen können, was er tut. Ich muss es ihm glauben können.
Schönen Gruß - und immer entspannt bleiben... :) - Thorsten

Philos60
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Beitragvon Philos60 » 3. Feb 2004, 22:14

Hey Thorsten!

Ich zitiere:
...Wichtig ist Authenzität. Ich muss jemandem das abnehmen können, was er tut. Ich muss es ihm glauben können...


Das ist meines Erachtens das Wichtigste im Leben eines Künstlers:

Individualität & Authentizität

Nachahmer gibt es genug.

Wer einmal genau analysiert, warum ein Künstler dauerhaft über Jahre
Erfolg hat, der wird feststellen, dass er glaubwürdig und es auch
geblieben ist, ganz gleich um welche Musikrichtung z.B. es sich dabei
handelt.
Über Geschmack sollte man nicht streiten, aber, ob der Musiker
und seine Musik eine Einheit bilden und tatsächliche Gefühle des Musikers
zum Ausdruck bringen, sollte kritisch geprüft werden.

Philos

BROTHER LUI

Beitragvon BROTHER LUI » 4. Feb 2004, 03:49

Stimmt, die Musik sollte auf jeden Fall real sein. Jeder hat doch einen Auslöser warum er Musik macht. Das ist ein Grundbedürfnis des Menschen oder nicht?

The Public Exercise Band

Authenzität und Individualität...

Beitragvon The Public Exercise Band » 4. Feb 2004, 18:33

So kommen wir schließlich auf einen recht ähnlichen, gemeinsamen Nenner :wink:
Das hat zwar mit dem ursprünglichen Thema nur noch indirekt zu tun - aber ich finde, das macht gar nichts...
Schöne Woche noch + Gruß - Thorsten

Philos60
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Re: Authenzität und Individualität...

Beitragvon Philos60 » 4. Feb 2004, 20:36

The Public Exercise Band hat geschrieben:So kommen wir schließlich auf einen recht ähnlichen, gemeinsamen Nenner :wink:
Das hat zwar mit dem ursprünglichen Thema nur noch indirekt zu tun - aber ich finde, das macht gar nichts...
Schöne Woche noch + Gruß - Thorsten


Ein Prost auf die Verständigung!Bild

Philos

Didi

Gute Gedanken

Beitragvon Didi » 19. Mär 2004, 21:55

Hi,

ich bin von Deinen Beiträgen immer ziemlich begeistert und denke das solche Menschen wie Du in diesem Forum auch einfach viel zu wenig vorhanden sind.

Ich habe hier einen Eintrag gefunden bei dem ich gerne mal wissen würde wie Du über die Sache mit den Plattenfirmen denkst.

http://www.track4.de/forum/viewtopic.php?t=215

Gruß
Didi


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