Beatshots & DontCanDj (Darmstadts finest 07.02.09)
KONZERTBERICHT

Beatshots & DontCanDj (Darmstadts finest 07.02.09)

Kurz vor zehn, abends vor dem Schlosskeller Darmstadt: Schon jetzt tummeln sich hier viele glückliche, partybereite Menschengruppen. Und das, obwohl um 22.00 Uhr doch gerade erst Einlass ist. Doch wofür der ganze Aufstand?
Es ist die darmstädter Band „Beatshots“, die diese partywütige Ansammlung von Nachtmenschen heute ins innere des darmstädter Schlosses lockt.

Die Türen öffnen sich, die Kasse wird aufgebaut und immer mehr versuchen unter den ersten zu sein, die nun eintreten dürfen. Schnell haben sich Menschengruppen an Bar, Sitzecken, oder gleich an der noch nicht beleuchteten Bühne zusammengefunden und bringen ihre „Samstagabend-Partystimmung“ zum Ausdruck. Gut unterhalten von dem DJane-Duo „DontCanDJ“, bestehend aus der Sängerin der Beatshots Emma McLellan und Doris Voeglin, welche das Publikum schon jetzt mit Songs wie „Liebe Zu Dritt“ einheizen. Mit der Stimmung steigt auch die Besucheranzahl, da nun auch die letzten nach ihrer Zigarette vor der Tür sich den Weg ins innere des Kellers suchen.
Mehrmals kann man löbliche Sprüche wie: „Es ist ja so gestopft voll heute, ich war hier schon bei Konzerten und stand mit zehn Leuten vor der Bühne…“, von den „Schlosskellereinheimischen“ hören.

Doch mit der Freude über den Andrang an Fans scheint auch die Nervosität der Band zu wachsen. Während Sängerin Emma dauerlachend vor ihrem DJ-Pult tanzt, stehen die anderen Bandmitglieder, Sandra, Benny und Ferry, mal tanzend bei ihr, mal sich mit den Fans unterhaltend in der Menge.
„Ich muss mich jetzt nochmal ruhig hinsetzen, sonst dreh ich durch. Ich bin ohnehin schon so nervös!“ , kann man von der Drummerin Sandra hören, bevor sie lächelnd im Backstagebereich verschwindet.

Unter den vielen Leuten fällt es auch keinem schwer, neue Kontakte zu knüpfen oder einfach mal hier, mal da einen kleinen Smalltalk zu halten. Somit vergeht das warten auf den Auftritt wie im Flug und man vergisst gar die Zeit. So stört es auch niemanden, dass das Konzert erst um kurz nach Mitternacht zusammen mit dem neuen Tag beginnt. Sofort fängt das Gedränge um die besten Plätze an, wobei es unmöglich erscheint, in die ersten Reihen zu kommen.

Eine bunt beleuchtete Bühne, eine gut gelaunte, alles andere als nervös scheinende Band und eine Gruppe Gummipuppen kann man nun erkennen. Schon vom ersten Song wird der gesamte Schlosskeller zum Tanzen fast schon „gezwungen“ und wirklich niemand kann noch still stehen. So kann es auch schon vorkommen, dass durch das Gemisch aus Gedränge um die beste Sicht auf die Bühne und dem euphorischen Tanzen dazu kommt, dass die erste Reihe auf die Bühne, immer näher in Richtung Band stolpert, sich verlegen wieder aufrüttelt, einen Schluck Bier trinkt und weiter tanzt. Spätestens dann bei dem Song „Play You, Play Me“ ist die Stimmung kaum noch zu toppen und das Publikum stöhnt zusammen mit der Band um die Wette. Mit Sätzen wie: „Wow, being here tonight is so great. It’s so fucking hot!“ begrüßt die Band ihre kreischenden und klatschenden Fans. Nun kann man sogar zwei/drei der noch nicht volljährigen Fans an einem der kleinen Kellerfenster erkennen. Diejenigen, die vorher noch um ihren Einlass diskutieren wollten, aber sich dennoch den Auftritt nicht entgehen lassen wollten. Immer wieder werden die euphorisch tanzenden Menschengruppen zum singen animiert und sind somit schon fast lauter als die Band. Immer öfter hört man zujubelnde Sprüche für jedes einzige Bandmitglied. Irgendwie scheint jeder unter dieser Partymenge seinen eigenen Bandliebling zu haben. So sind Rufe wie: „Sandra, du bist die schönste Frau der Welt!“ keine Seltenheit. Doch auch Bassist Ferry und Gitarrist Benny scheinen ihre Ansammlung an weiblichen Fans zu haben, die sich besonders in den vorderen Reihen vor den beiden versammelt haben.

Als dann mitten im Auftritt eine der an der Bühne befestigten Gummipuppen herunter stürzt. Hebt Sängerin Emma sie wieder auf und simuliert eine Knutscherei, wie man sie doch eher selten auf Bühnen sieht, bevor sie sie wieder befestigt.

Sie berichtet von neuen Songs, die wohl in der nächsten Woche auf CDs gebracht werden sollen, doch schon heute gespielt werden.
Doch wie jeder Auftritt muss auch dieser mal zu einem Ende kommen und so kommt es auch hier wie bei jedem Konzert zu dem üblichen „This is our last song for today!“ . Doch auch als dieser gespielt wird tanzt das Publikum glücklich weiter und bereitet sich so schon auf laute Zugabe-Rufe vor. Und zu genau diesen kommt des dann auch. Wohl hätte bei solch einer glücklichen Nachfrage keine Band die Zugabe unterlassen können. So bereitet Emma die Partybegeisterten nun auf den wirklich letzten Song vor. „I wanna see you dancing fucking dirty like fucking sexy motherfuckers, because the best ones of you will get a gift!“, lacht sie in den Raum . Wie es verlangt wurde, tanzen alle, sich über die Zugabe freuend, weiter, und auch das Mitsingen wird immer lauter bei dem letzten Song, „Lost All My Senses“, fast schon an den Titel angepasst. Wie versprochen wird das beste und „schmutzigste“ Tanzen gekürt und belohnt. So wird mit frechem Grinsen eine der Gummipuppen an die erste Reihe verschenkt, mit den Worten: „Have fun!“

Die Beatshots verabschieden sich und im fließenden Übergang übernimmt Doris Voeglin aka. „Miss Birdie“ von DontCanDJ nun wieder die Musik. Somit nimmt die Partystimmung keineswegs ab, und jeder tanzt wie gehabt nun in Richtung DJ-Pult, sich innerlich wahrscheinlich schon auf das nächste Kontert der darmstädter Band freuend. Doch es dauert nicht lange und hinter dem Pult kann man wieder drei Personen erkennen. Das DJane-Duo ist wieder komplett und erhält Unterstützung von einer (wer hätte es gedacht) Gummipuppe. Frei nach dem Motto des Anfangs gespielten Lieds „Liebe Zu Dritt“ beginnen die „drei“ nun auf ihrer kleinen DJ-Bühne mit dem Publikum um die Wette zu tanzen.

Immer wieder kann man verzweifelte Versuche, an dem Türsteher vorbei in den Backstagebereich zu kommen, beobachten. Es scheint, als wolle jeder die anderen Bandmitglieder persönlich kennen lernen.

So kann man alles in allem ohne Übertreibung behaupten, das die Beatshots es erfolgreich geschafft haben, den darmstädter Schlosskeller zu (über)füllen und sie somit dem Titel des Abends „Darmstadts Finest“, mehr als gerecht werden konnten. Zusammen mit der Musik von DontCanDJ war es ein Abend der an Stimmung nur schwer zu toppen ist und auf mehr verlangen lässt.


Fotos: Judith Bonifer, Bericht: Judith Bonifer vom 08.02.2009

Feedback