Konzertbericht The Flaw & Haggard (Musikzentrum 01.10.2008)
KONZERTBERICHT

Konzertbericht The Flaw & Haggard (Musikzentrum 01.10.2008)











Gerade einmal einen Monat ist es her, dass die neue Scheibe “Tales of Ithiria” rauskam (Rezension bei track4) und einige Aufmerksamkeit erregt hat. Seit zwei Wochen touren die Klassik-Metaller von Haggard durch europäische Lande und kamen mit einem der ersten Konzerte in Deutschland auch nach Hannover ins Musikzentrum, Living Concerts sei Dank.

The Flaw

Mir vom Namen her noch gänzlich unbekannt ließ ich mich von der Vorband einfach mal überraschen.
The Flaw”, das sind Alexandra Leu am Mikro, Massimo Sarti am Bass und für die “tieferen” Gesangseinlagen zuständig, Lars Schlüter an der Gitarre und Janis Bakine an den Drums. Mitte Mai 2008 haben sie ihr zweites Studioalbum “Different Kinds of Truth” rausgebracht.
Die Romantic-Gothic-Metaller aus dem Ruhrgebiet haben Haggard bereits mehrmals live unterstützt und so schien die Entscheidung nicht schwer zu fallen, die Band mit auf Tour zu nehmen, zumindest nach Deutschland und die Benelux-Länder.

Von der Songauswahl her kann man in großen Teilen die Alben runterspielen. “Strange Land” ziemlich am Anfang bis “The Tempest” und dann ein paar ältere Stücke (“The Journey”, “The Vagabond”, “Burning Skies”) und am Ende “Mute”, “Blunt” und “Saltwater”. Auch wenn die Songs dadurch untereinander naturgemäß eine hohe Kohäsion hatten, muss ich sagen, dass das den Auftritt selbst nicht gerettet hat. Das Konzert war nett, hat mich aber einfach nicht von den Socken gehauen. Ich hätte die Band auch eher unter Doom Metal eingeordnet mit der Besonderheit einer weiblichen Stimme. Zwar scheint die Chemie in der Band zu stimmen, aber man würde sich doch ein bisschen mehr Action wünschen, ein bisschen mehr “Wir machen hier Musik”- und weniger “Wir stehen nur rum”-Feeling.

Ich muss übrigens dazu sagen, dass ich mir nach dem Konzert von der netten Alexandra Leu noch das aktuelle Album “Different Kinds of Truth” andrehen lassen und das kann ich tatsächlich guten Gewissens empfehlen. Allerdings muss man manchen Liedern etwas Zeit geben, damit sie ihren Charme entfalten können. Möglich, dass man nach mehrmaligem Genuss der Alben ein “The Flaw”-Konzert besser würdigen könnte.

Haggard

Nach gefühlt kurzer Umbauphase ging es auch bald los mit dem eigentlich Haupt-Act des Abends. Einige Gäste waren noch nachgekommen und geschätzt 300-350 Leute füllten den Raum vor der Bühne und den Balkon gemütlich aus. Im Publikumsraum wurden zwischenzeitlich schon Witzeleien laut, wie sie denn die ganze Band auf die Bühne kriegen wollten ohne zu stapeln; und ich muss gestehen, bei der Vorstellung einer gestapelten Metal-Band kann ich mich immer noch eines gewissen Grinsens nicht erwehren :-)

Als die allgemeinen Lichter gegen 20 vor 10 wieder aus- und die Frontlights angingen, waren alle Frotzeleien für die nächsten zwei Stunden vergessen, denn die Gruppe um Asis Nasseri hatte gut gepackt und gleich 17 Songs mitgebracht. War beim Intro das Mikro des Sängers noch extrem leise, wurde schnell nachgeregelt und der Hörgenuss konnte beginnen.
Immerhin vier Lieder vom aktuellen Album Tales of Ithiria haben es in das Set geschafft, namentlich der Titeltrack “Tales of Ithiria”, “The Sleeping Child”, “La Terra Santa” und “Upon Fallen Autumn Leaves”. Ähnlich verhielt es sich mit dem Vorgänger “Eppur Si Muove”. “Herr Mannelig” beispielsweise klang einem noch lange in den Ohren. Zwischen den Liedern baute die Band noch kleine Scherzchen ein und holte beispielsweise einen der weiblichen Fans hoch, um alle auf “The Final Victory” einzustimmen. Witzig war auch die kleine Stichelei in Richtung des männlichen Publikums: “Zehn Dirndl auf den Wies’n singen lauter als Ihr. Und tiefer”. Hat scheinbar geholfen, das Gegröhle im Zuschauerraum sank um eine gute halbe Oktave ...

Wenige Bands, die auf Atmosphäre in ihren Liedern bauen, schaffen es, diese so authentisch mit in die Clubs und Konzerte mitzunehmen. Haggard zählen erfreulicherweise dazu. Wer die Möglichkeit hat, eins der noch ausstehenden Konzerte zu besuchen, sollte diese wahrnehmen.
Darf man Asis Nasseri beim Wort nehmen, so werden Hannover und Haggard im Frühjahr wieder ein Stelldichein feiern.

Tourdaten “Tales of Ithiria”-Tour von der Haggard Webseite:

17.10.2008 D-Osnabrück, N8
18.10.2008 D-Bremen, Aladin/Tivoli
19.10.2008 D-Ottweiler, Club Schulz
20.10.2008 D-Ingolstadt, Paradox
21.10.2008 D-München, Backstage
22.10.2008 D-Nürnberg, Hirsch
23.10.2008 D-Leipzig, Werk 2
24.10.2008 D-Berlin, K17
25.10.2008 D-Bad Salzungen, Pressenwerk
26.10.2008 D-t.b.a.
27.10.2008 D-Hamburg, Markthalle
28.10.2008 D-Flensburg, Roxy
29.10.2008 D-Cottbus, Cellardoor
30.102.008 CZ-Prag, Abaton
31.10.2008 D-Erfurt, Zentrum
01.11.2008 A-Wien, Szene
02.11.2008 HR-Zagreb, Boogaloo

13.11.2008 I-Trevisio, New Age
14.11.2008 I-Roma, Alpheus
15.11.2008 I-Piacena, Filmore
16.11.2008 SLO-Maribor, Stuk
17.11.2008 HU-Budapest, Diesel
18.11.2008 ROM, Cluj-Napoca, Cultur Hall
19.11.2008 SER, Belgrad, SKC
20.11.2008 BUL-Sofia, Blue Box Hall
21.11.2008 t.b.a
22.11.2008 GR-Athens, Gagarin Club
23.11.2008 t.b.a
24.11.2008 UKR-Kiew, CCA NAU

January 2009: Latin American Tour

 

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Fotos: Ronald Becher, Bericht: Ronald Becher vom 05.10.2008

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