Kassierer - Otterstadt (31.05.2008)
KONZERTBERICHT

JBO - Otterstadt (31.05.2008) 







Bei manchen Dingen weiß man bereits im Vorfeld, was einen genau erwartet. So dürfte allgemein bekannt sein, dass der Verzehr einer Bratwurst mit Brötchen eine Kalorienzufuhr von 573 kcal (2400 kJ) bedeutet. Das reicht aus, um 20% des täglichen Energiebedarfs eines erwachsenen Mannes zu decken und kann beispielsweise durch eine Stunde intensives Joggen wieder „verarbeitet“ werden.

So weit, so gut. Aber es gibt eben auch Dinge, die sind alles andere als klar! So fragte ich mich oft, wie oft ich bei einem JBO Konzert meinen Kopf hin- und herwerfen müsste, damit ich die Kalorien von 3 Bieren, 2 Bratwürsten und dem einen Stück Kuchen abbauen könnte. Und was wäre, wenn die Band schon vor Beendigung dieses Experiments zu spielen aufhörte?

Fragen über Fragen, auf die ich bei meinem ersten JBO Konzert am 31.5.08 eine Antwort erhielt.
Nach der fast apokalyptischen Fahrt durch heftige Regengüsse kam ich dennoch trockenen Fußes gegen 19 Uhr im malerischen Otterstadt (bei Speyer) an. Zu Fuß bezwang ich die letzten 300 Meter zur Sommerfesthalle, in der gerade die Vorband Sissi´s Top in perfekter Art und Weise die Lieder ihrer Vorbilder coverte. Doch nicht nur die Songs, sondern auch das Auftreten sowie das Aussehen wurde bis auf das letzte Detail perfekt imitiert.
Die über einstündige Show hat sich auf jeden Fall gelohnt und wurde von den ca. 400 Menschen in der Halle mit massig Applaus belohnt.

Danach hatte ich genügend Zeit, mich auf dem Außengelände der Halle mit Kuchen, Wurst und Bier am Stand des Karnevalvereins Otterstadt zu versorgen, damit mein Experiment beginnen konnte. Während ich mich gerade mit den Leckereien verköstigte, stieg ein Mitfünfziger auf die Bühne und richtete dem begeisterungsfähigen Publikum die herzlichen Grüße des Bürgermeisters aus.

Nach diesem kurzen Intermezzo bestiegen gegen 21 Uhr die „Helden in Rosa“ die Bühne und legten mit dem Hit „Mei Alde ist im Playboy drin“ mächtig los. Die mittlerweile 1500 Fans hüpften, klatschten und pogten in der gut ausgefüllten Halle. Einige von ihnen leider so heftig, dass es nicht nur einmal zur „Beinahe-Schlägerei“ gekommen wäre. JBO locken mit ihrer Musik eben auch die radikalen Kirmesgänger, besser bekannt als Dorfdeppen, an. Aber 90% des Publikums waren wirklich schwer in Ordnung und feierte eine friedliche Party mit den Franken, die wieder einmal ihrem Ruf als blödsinnigste Band der Welt alles Ehre machten.

Die Songsliste war zu meiner Freude sehr abwechslungsreich, wenngleich der Schwerpunkt verständlicherweise auf dem neuen Album „Head Bang Boing“ lag. Auch auf diesem Tonträger macht die Band das, was sie am besten kann, nämlich Lieder mit anderen Texten und mit dem hauseigenen Metalsound neu zu interpretieren.
Nach 120 Minuten war dann Schluss und die Kalorien meines Pausensnacks schienen fast vollständig abgebaut zu sein.

Ich könnte an dieser Stelle noch einige Geschichte erzählen, wie die meines Toilettenbesuchs an diesem Abend, als ich leider zu spät das Fehlen der Klinke bemerkte…
Aber selbst das konnte mir diesen spektakulären Abend nicht vermiesen, sondern machte ihn nur noch unvergesslicher.


Fotos: Sven Dehoust, Bericht: Sven Dehoust om. 31.05.2008

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