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track4 Rezensionen:
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Rektal-Untersuchung
vor BossHoss-Konzert?
Nein, ganz so schlimm waren die Leibesvisitationen
vor dem BossHoss
Konzert am 02.09.2008 im malerischen Wiesloch dann doch nicht. Wiesloch?
Das an der Bergstraße gelegene Städtchen ist überregional
v.a. durch seine psychiatrische
Anstalt sowie durch sein legendäres Winzerfest
bekannt, bei welchem den Besuchern aus nah und fern sowohl kulinarische
als auch kulturelle Köstlichkeiten dargeboten werden.
So auch an jenem Abend, als sich die Rock-Cowboys
von BossHoss
die Ehre gaben und in der Eissporthalle
auftraten. Diese war zu meinem ersten Entsetzen bis zur Hälfte
mit Bierbänken ausstaffiert, was auf den ersten Blick nicht
unbedingt so rock-kompatibel zu sein schien. Ebenso wenig wie die
Cocktail-Tische, welche bis einige Meter vor die Bühne reichten
und wohl besser zu einem Konzert des Napalm
Duos gepasst hätten.
Also erwartete ich einen sehr ruhigen Abend, genehmigte
mir ein schönes Glas schwarze Brause und schaute mir das heterogene
Publikum an, zu dem auch eine Menge sehr hübscher Frauen zählten.
Und als ich so meine Blicke umherschweifen ließ, ertönten
gegen 20.30 Uhr die ersten Akkorde der Vorgruppe Asher
Lane, die, genau wie BossHoss,
aus Berlin stammt. Die junge Band erreichte durch ihren alternativen
Rocksound so einige wohlgefällige Beifallsbekundungen des Publikums,
wobei der Funke nie wirklich übersprang, aber objektiv betrachtet
auch niemals überspringen konnte. Dafür verehren die Fans
von BossHoss
ihre Helden zu sehr, zumal Asher
Lane alle vorgtragenen Songs selbst komponierten und kaum einer
der Anwesenden an diesem Abend darauf eingestellt war. Nein, denn
wer wie ich zu BossHoss
geht, der will eben rockige Coverversionen von Liedern hören,
die sich im Original einfach nur wie die letzten Tränenwürger
anhören. Und genau das sollten wir gegen 21.30 Uhr erhalten,
als die Rock-Cowboys die Bühne bestiegen und in bester Proll-Manier
die Achseln der Männer und die Herzen der Frauen zum Kochen
brachten. Apropos Männerachsel: Ich denke, dass u.a. der doch
legere Kleidungsstil der Band diesen Teil des männlichen Körpers
bei Frauen wieder salonfähiger, d.h. begehrenswerter gemacht
hat. Wahrscheinlich hätte allein der Sänger (auch durch
das Zeigen seiner Achsel) am gestrigen Abend noch die Gelegenheit
zum mehrfachen Geschlechtsverkehr gehabt, wenn ich aus den Aussagen
einiger an diesem Abend anwesenden Frauen die richtigen Schlüsse
ziehe. Eine leicht angetrunkene Mitvierzigerin schien derart emotional
ergriffen zu sein, dass kein Mann in ihrem Umfeld davon verschont
blieb, egal ob er mit oder ohne weiblicher Begleitung war. Ein besonderer
Spaß, der gerade bei den ruhigeren Liedern wie „Mary,
marry me“ schön anzuschauen war.
Noch besser kamen allerdings die Rockhymnen „Ca
plane pour moi“, „Stallion bataillon“ oder das
mittlerweile schon legendäre „Yeehaw“-Lied an,
zu dem zwei hübsche, junge Frauen aus dem Publikum der Band
zur Hand gehen durften. Natürlich nicht im sexuellen Sinn,
was vielleicht von den beiden bedauert wurde. Nein, sie durften
publikumswirksam Pappschilder mit dem Schlachtruf der Band bei den
entsprechenden Liedpassagen hochheben und die Masse zum Mitsingen
animieren. Glückselig verließen sie danach wieder die
Bühne, durften jedoch die Pappschilder behalten.
An dieser Stelle wurde auch ich ein bisschen neidisch
auf die beiden Mädchen, denn gerade in Zeiten der Rohstoffknappheit
werden diese Schilder in einigen Jahren garantiert im Wert steigen.
Und das nicht zu wenig.
Und obwohl ich ohne diese Pappschilder nach Hause gehen musste,
wusste ich, dass ich an diesem Abend eine der besten deutschen Live-Bands
sehen durfte und fühlte mich glücklich.
Als ich dann jedoch zuhause ankam, verflog dieses Gefühl durch
die Äußerungen meiner Freundin, die mich des Schweißgeruches
beschuldigte, relativ schnell.

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