The Busters in der Darmstädter Centralstation (13.2.2009)
KONZERTBERICHT - The Busters

The Busters in der Darmstädter Centralstation (13.2.2009)

Ich gestehe: Ein Konzert der „Busters“ waren für mich als Teenager Grund, mich tagelang von Pommes-Frites zu ernähren. Der Grund lag nicht etwa darin, dass ich mich körperlich möglichst schnell degenerieren wollte, um mich am Konzertabend wieder fit zu tanzen, sondern dass zu der Zeit meine Eltern im Urlaub waren und ich mich aufgrund von begrenzten finanziellen Ressourcen zwischen dem Konzert und abwechslungsreicher Ernährung entscheiden musste.

Die Zeiten ändern sich glücklicherweise und so konnte ich mehr als ein Jahrzehnt später wohlgenährt zum „Busters-Konzert“ in die Darmstädter Centralstation fahren. Um 18:30 Uhr hatte ich mit der deutschen Ska-Band schlechthin einen Interview-Termin vereinbart, bei dem so manche Anekdote aus den untersten Schubladen ihrer mittlerweile über 20-jährigen Bandgeschichte hervorgezaubert wurden.

Gegen 20 Uhr war das Interview beendet und mittlerweile füllte sich die Centralstation langsam aber sicher mit einem heterogenen und sehr angenehmen Publikum. Das frischgezapfte Pils vertrieb mir die Zeit des Wartens und kurz nach 21 Uhr begannen die Busters ihr vorletztes Konzert der aktuellen Tour. Auch wenn die Jungs im Interview behaupteten, dass nach 24 gespielten Konzerten seit Dezember 2008 ihr Geist zwar willig, aber das Fleisch schwach sei, so konnte ich davon nichts feststellen. Ganz im Gegenteil. Die Busters gaben von Beginn an Gas, drückten aufs Offbeat-Pedal und zeigten ganz klar, dass sie auch nach über 20 Jahren enrom viel Energie versprühen können.

Und so ließ die musikalische Darbietung keine Wünsche offen, denn die Band spielte sich einmal quer durch ihre eigene Diskografie, die aktuell bereits 15 Alben umfasst. So kamen alte und junge Fans voll auf ihre Kosten. Besonders die Offbeat-Coverversion des japanischen Schlagers „Sukiyaki“ in der Originalsprache konnte nicht nur mich begeistern. Genau wie die Songs „No risk, no fun“, „Summertime“, „Whisky, ´til I drop“ „Come on“, die ich als wahre Meilensteine der Ska-Musik bezeichnen möchte und die auf keinem Konzert der Süddeutschen fehlen dürfen. Ebenso wenig wie mein Favorit „Couch Potato“, der meinen durch Muskelkater gezeichneten Körper, zum wiederholten Mal zum Skanken einlud.

Mitten im Programm kam dann die Darmstädter Ska-Band „Himmelfahrtskommando“ auf die Bühne, um einen Song der „Busters“ zu covern. Ich weiß leider nicht mehr welchen, aber die Jungs und Mädchen machten ihre Sache recht ordentlich, obwohl in Punkto Bühnenshow noch Steigerungspotenzial vorhanden wäre.
Nicht so bei den „Busters“, von denen die meisten der zwölf Mitglieder über echte „Bühnensau-Qualitäten“ verfügen. Gerade die Bläser bewiesen den gesamten Abend, dass sie während ihrer Pausen gekonnt das Tanzbein schwingen konnten und dieses erst wieder während der Einsätze zum Stillstand brachten. Der Sänger Ron kommentierte dieses optische Feuerwerk der guten Laune mit den Worten, wonach Blasen und Tanzen alles sei, was man(n) wolle…

Kurz vor 23 Uhr wurden die ersten Zugaben gespielt, die beinahe eine halbe Stunde dauerten! Mit „Mickey Mouse in Moscow“ wurde dieses grandiose Konzert beendet und viele Besucher begaben sich anschließend zum Merchandising-Stand, um sich mit Shirts oder den USB-Sticks mit dem Konzertmitschnitt einzudecken.


Fotos: Sven Dehoust, Bericht: Sven Dehoust vom 13.02.2009

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