Metallspürhunde: Moloch
Von Presse

Cover der CD "Moloch"; der Band "Metallspürhunde"

Bewertung:

Band: Metallspürhunde
Titel: Moloch
Genre: Alternative

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Label: Danse Macabre
Verlag: ALIVE
VÖ: 08.04.2011


Der Moloch, der Urherrscher, die Phönizische Gottheit, der man Kinder opferte, die entmenschlichte Metropole – Symbolisieren die Kinder auf dem Opferaltar das, was wir einst waren, so ist der Moloch unser gieriges Streben nach dem Mehr von Allem. Man hat sich gesundgeschrumpft, sich von alten Fesseln befreit, den Neuanfang gewagt. Wie selten eine Band vermögen es die Metallspürhunde gesellschaftliche Probleme zu spiegeln, sich und den Hörer in der Reflektion zu befreien und sei es auch nur für die Spielzeit ihrer Alben. Denkanstöße, die unser Leben begleiten, vielleicht in der Summe sogar zum Guten zu verändern mögen -

Die Schweizer bieten den mehr als kurzweiligen Zündstoff zur Bestandsaufnahme der eigenen Gratwanderung am Abgrund, dem Moloch, der in den Metropolen, im Alltag, in der Arbeit, in der Seele an uns zerrt und lauernd den Moment abpasst, in dem wir den Halt verlieren. Der Moloch der Metallspürhunde ist ein lebendes Wesen, das sich aus unseren verdrängten und unterdrückten Gefühlen speist und in sterblichen Momenten seinen alles verzehrenden Schlund öffnet. So wagte nicht nur der Sänger und Komponist Michel Frasse - in der Bandvergangenheit eher die monströse Fratze des wutschnaubenden Minenspürhundes, der dem Bandnamen geschuldet ist – einen Ausflug in die Grenzgefilde seiner bisherigen Vokalarbeit. In entblösster Verletzlichkeit entdeckt er Melodiebögen, die er zu intonieren vormals nicht im Stande gewesen wäre. Zu wütend war der Impetus, zu aggresiv der Stimmansatz der früheren Werke „Böse Wetter“, „Amokmensch“ und „Blut und Spiele“. Die Entwaffnung hat ihren Anfang genommen, sie befreit und führt tiefer ins Universum der Metallspürhunde. Marion, die Texterin, Sängerin und Keyboarderin, die bereits vor dem letzten Album „Böse Wetter“ ihr stimmliches Coming Out mit der Überhit -Coverversion „Was hat Dich bloss so ruiniert“ glamourös begann, hat nicht nur lyrisch neue Konturen aus der Sprache geformt, sondern brilliert mittlerweile als Duettpartnerin und gleichberechtigte Sängerin.

Die Metamorphose der Schweizer vom Industrialrock zum Retro-Independent-Pop (RIP) ist jedoch noch hörfälliger an der neuen Art des Arrangierens festzumachen. Opulente Industrialelemente wurden zu Gunsten filigraner und dramaturgisch inszenierter Keyboardminiaturen ausgewechselt. Das Weniger ist das Mehr, der Mut zum Raum und zur Stille gibt dem Ausbruch des Sturms danach neue Dimensionen. Und im Mittelpunk steht der Song und seine Aussage. Diesem Credo verpflichtet, fanden sich die Metallspürhunde unter einer ganz neuen Voraussetzung zur Produktion des Albums. Der ehemalige Gitarrist ist auf seiner „letzten großen Fahrt“ über Bord gegangen, während der alte Keyboarder in den Sturmböen des „bösen Wetters“ verloren ging. Doch Marion und Michel fanden mit einem neuen Gitarristen und dem Produzenten Chad Blinman, der bereits für Größen wie REM, Faith and The Muse, Das Ich tätig war, einen kongenialen Partner, der die Vorgaben der Band perfekt zu realisieren wusste. Das Album erscheint als limitierte Digipac Version im Schuber mit Doppel CD mit vielen Remixen alter Metallspürhunde Klassiker und als reguläre CD.


Tracks

01. Alarm
02. Kein Herz
03. Es wird gestorben
04. Moloch
05. Synästhetische Magie
06. Gespenster
07. L´enfer
08. Es geht weiter
09. So laut
10. Die Wand
11. Das Virus
12. Kränze
13. Das Pendel

Bonus CD (lim. Version)
01. Blut und Spiele (Kadaver 8)
02. Blut und Spiele (Noktis)
03. Obszöne neue Welt (Unmensch)
04. Obszöne neue Welt (Cyber Saint)
05. Obszöne neue Welt (Irrlicht)
06. Mach es wieder gut (Unmensch)
07. Wo gehst Du hin? (Shizophobia)
08. Ou Iras-tu? (Lissing Black)
09. Heuchler (Vhelena Projekt)
10. In Deinem Bann (Soul In Sadness)
11. In Deinem Bann (O.S.C.)

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