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Zu behaupten, dass Trend die letzte Punkband ist, die trotz ihres Beharrens auf Gitarrensound ihre musikalische Relevanz nicht verloren haben, wäre sicherlich vermessen. Zum einen, weil Trend viel mehr als Punk sind, zum anderen weil es sicherlich neben all den stumpfen Spaßkapellen, Streetfightmachos und bierseeligen Folkpunkern immer noch Perlen gibt, die nicht vor die Säue gehören.
Aber seien wir ehrlich – Fortschritt findet woanders statt. Aber Fakt ist auch, dass dank Gruppen wie Trend (oder auch Japanther, Ex Models etc.) plötzlich wieder Leute ihr Herz für Punk erwärmen können, die das Kapitel längst abgeschrieben hatten – im Falle von Trend ironischerweise vermutlich genau deshalb, weil die Band immer mit mindestens einem Augen nach hinten schaut.
Dass Trend daraus auch keinen Hehl machen, zeigt bereits der Opener „Bereit“, der deutlich an die frühen Abwärts erinnert. Die Einflüsse von Bands wie Gang Of Four bauen die vier auf „Mann in Uniform“ weiter aus. Mit seinen Discofunksounds ist der Track allemal näher an Von Spar und den Türen, als an sämtlichen Neo No Wave Kapellen aus New York, die größtenteils längst im Einheitsmatsch aus Dance und Punk versumpft sind. Panisch nach vorne prügeln sich „1970“, „Pop Anamour“ und „Stopf alles rein“– hier sind Trend musikalisch ebenso traditionell wie überzeugend.
Von den insgesamt 13 Stücken sind Trendfans bereits mindestens drei bekannt: „Gott hat keiner Flugzeuge“ war natürlich viel zu schade, um sein Dasein als exklusiver 7“ Track zu fristen. „5 Uhr morgens“ vom Gunter Gabriel Tribute Sampler „Autos Liebe Abenteuer“ war bereits dort der absolute Höhepunkt und gehört auch hier noch zum eindringlichsten, was jemals an vertonter Bildzeitungsleser-Mentalität aus Lautsprechern kroch. Und „Was Soll’s“ vom Demo dürfte vielen als MP3 von der Trend Homepage bekannt sein.
So viel zur Musik. Was Trend jedoch letztlich auszeichnet, sind die Texte, die Sänger Fetzer zum Besten gibt. Wie bereits beim Vorgänger „Das Produkt“ sind die Lyrics eine Mischung aus Wirtschaftsdeutschvokabeln, überspitzten Allgemeinplätzen und Wortspielen – auch in diesem Punkt sind Trend den Türen nicht ganz unähnlich, auch wenn die Wahlberliner deutlich mehr dem ironisch gebrochenen Humor zugetan sind. Trend hingegen bleiben unterkühlt bis wütend; beschreiben und zeigen auf, ohne Dinge direkt benennen zu müssen. Keine Antworten für die, die sich eh keine Fragen stellen wollen. Danke Trend!
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