BRDigung: Tot aber lebendig
Von Sven Dehoust

Cover der CD "Tot aber lebendig"; der Band "BRDigung"

Bewertung:

Band: BRDigung
Titel: Tot aber lebendig
Genre: Punk

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Label: Antirockstar Industries
Verlag: Antirockstar Industries
VÖ: 13.08.2010


Beim Anblick der "BRDigung"- CD "Tot aber lebendig" schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass es sich dabei mal wieder um einen Tonträger der geschätzten 2315 "Nix-Gut-Deutschpunkbands" handeln muss, die zudem keine Ahnung von der deutschen Zeichensetzung hat.

Dem ist nicht so, da die vier Jungs auch auf dem zweiten Album nicht allein dem Punk huldigen, sondern eine nahezu apokalyptische Berg- und Talfahrt quer durch die Musikgenres hinlegen. Dabei gibt es wahrscheinlich gewollte musikalische und textliche Überschneidungen mit Deutschrockbands wie Betontod und Co., welche ebenfalls eher ihre emotionale, melancholische Seite künstlerisch verarbeiten.

Die Texte von "BRDigung" kann man daher als Werke desillusionierter Jungerwachsener bezeichnen, dieihre Jugendträume ausgeträumt haben und nun- mit einer gehörigen Portion Weltschmerz und Wut auf die Realität- ihrem Ärger mithilfe der Musik Luft machen wollen. Das ist nicht unbedingt der schlechteste Weg und erleichtert es möglicherweise auch dem Hörer, sich mit so beklemmenden Themen wie dem "Freitod" ("Immer öfter") oder dem Sinn des eigenen Lebens ("Die letzte Frage") zu beschäftigen. Die 14 Songs des Albums hören sich sehr reif und erwachsen an und sind größtenteils empfehlenswert. Vielleicht nicht unbedingt als Soundtrack für die nächste Seelentherapie, aber immerhin.

In dieses ernste Konzept von "BRDigung" passt auch das professionelle Cover sowie das Booklet. Im Booklet befinden sich stimmungsvolle Fotomontagen sowie Steckbrief-Bilder der Bandmitglieder, auf denen zwar nicht gelacht wird und die trotzdem nicht den Anforderungen des neuen Personalausweises genügen würden.

Diese Anbiederung würde wahrlich auch nicht ins Konzept von "BRDigung" passen, das sich anscheinend voll und ganz der "Sinfonie des Verderbens" verschrieben hat.



Tracks

01. Intro
02. Wieder da
03. Nichts dazu gelernt
04. Zeitgeist der Angst
05. Party jeden Tag
06. Immer öfter
07. Sinfonie des Verderbens
08. Alles wird gut
09. Zeichen des Himmels
10. Der falsche Prophet
11. Verlorene Hoffnung
12. Geld regiert die Welt
13. Die letzte Frage
14. Nie wie immer

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