HELLSONGS: Hymns In The Key Of 666
Von Cornelia Filipov

Cover der CD "Hymns In The Key Of 666"; der Band "HELLSONGS"

Bewertung:

Band: HELLSONGS
Titel: Hymns In The Key Of 666
Genre: Alternative

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Label: Bodogmusic
Verlag: keine Angabe
VÖ: 27.06.2008


Nicht noch eine Coverband, mag man denken, wenn man von dieser Combo aus Schweden das erste mal hört: HELLSONGS. Und dann auch noch dieser Name. Und überhaupt, kann man nicht auch ein wenig kreativer sein...?

Doch dann strahlt einem das farbenfrohe Cover entgegen. Die Zeichnung eines mit Flammen verzierten Bullis, der mehr durch eine hügelige Landschaft hüpft als fährt. Hinter sich das Niemandsland, in dem sich die Band laut Legende zusammenschloss und den Regenbogen in all seiner Pracht, vor sich das Abenteuer!

Und stilecht, wie es sich für Metaldudes gehört, reckt der im Schatten verborgene Fahrer den Teufelsgruß gen Himmel. Yeah!

Die anfängliche Abneigung weicht leiser Neugier. Bereits mit den ersten Tönen vom Opener „The Trooper“, im Original natürlich von IRON MAIDEN, hört man: mit klassischen Coverversionen, die sich das möglichst genaue Kopieren der Songs zum Ziel machen, haben die Versionen von HELLSONGS nicht mehr viel gemeinsam.

Im Gegenteil. Obwohl man für gewöhnlich kein großes Metalherz oder rudimentäre Grundkenntnisse haben muss, um die unsterblichen Klassiker von SLAYER, BLACK SABBATH, SAXON und METALLICA zu erkennen, gelingt das bei den Songs auf “Hymns In The Key Of 666“ oft nicht auf Anhieb. So sehr bearbeiten Kalle, Harriet und Johan die lauten und durchaus brutalen Originale mit ihren leiseren Akustikinstrumenten wie Tambourine, Chello und Gitarre aber auch mit dem Keyboard und Harriets wunderschön-angenehmen und sanften Stimme und schleifen das Rohmaterial, bis Akustikdiamanten zum Vorschein kommen. HELLSONGS selbst taufen ihr Interpretationen-Collier “Loungemetal“.

Ein Begriff, der den gegensätzlichen Wurzeln der Musik auf “Hymns In The Key Of 666“ am gerechtesten wird und sie auf den Punkt bringt. Metal so interpretiert, gespielt und gesungen, dass er einen ungeahnt entspannten Charakter bekommt. Und man, vielleicht zum ersten Mal, die Texte versteht. Denn die sind ein Kriterium bei der Wahl der Songs und der Band sehr wichtig. Für Sängerin Harriet ist es nämlich nicht nur damit getan, einzelne Wörter des Textes, wie zum Beispiel bei 'Paranoid' zu ändern (aus „Finished with my woman“ wird „Finished with my man“).

Die Aussage der Texte müssen Gewicht haben. So überraschen die Lyrics von METALLICAs 'Blackened' mit ihrem kritischen Blick auf die Zerstörung der Erde durch die Menschheit.

Man hört jedem einzelnen der 10 Songs an, wie viel Herz darin investiert wurde und wie ernst HELLSONGS sie nehmen.

Bleibt nur noch eins zu sagen: Join the bus und folge HELLSONGS auf ihrem Abenteuer „Loungemetal“. Noch nie war Headbanging zu schonend für die Nackenmuskulatur!


Tracks

The Trooper (Original Artist: Iron Maiden)
Symphony Of Destruction (Original Artist: Megadeth)
Rock The Night (Original Artist: Europe)
Seasons In The Abyss (Original Artist: Slayer)
We're Not Gonna Take It (Original Artist: Twisted Sister)
Blackened (Original Artist: Metallica)
Thunderstruck (Original Artist: AC/DC)
Run To The Hills (Original Artist: Iron Maiden)
Paranoid (Original Artist: Black Sabbath)
Princess Of The Night (Original Artist: Saxon)

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