Herrenmagazin: Atzelgift
Von Sven Dehoust

Cover der CD "Atzelgift"; der Band "Herrenmagazin"

Bewertung:

Band: Herrenmagazin
Titel: Atzelgift
Genre: Punk

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Label: Motor Music
Verlag: edel AG
VÖ: 13.06.2008


Die Werbung konfrontiert uns täglich mit den superschönen und ebenso reichen Menschen in unserer Gesellschaft. Beim Anblick dieser immer gut gelaunten Stars verfluchen viele Ottonormalverbraucher ihre eigene, kleine Existenz und wünschen sich nur einmal in ihrem Leben ein Stück dieses Ruhms genießen zu können. Und sei es für einen Tag. Nur einmal auf dem Deck der eigenen Yacht stehen, in der rechten Hand Catherine Zeta-Jones und in der linken das Glas Champus. Ja, lieber Leser, mal ehrlich: Sollten dir ähnliche Gedanken des öfteren durch die grauen Zellen schießen, so kannst du jetzt getrost mit dem Lesen aufhören, denn die Musik der Band Herrenmagazin ist alles andere als für romantische Abende von Gewinnertypen gemacht. Viele der zwölf Songs werden nämlich von musikalischem Schwermut geprägt, der sich zudem ebenso immer wieder textlich bemerkbar macht. So wird der verlorene Glauben der Band an alles und jeden in dieser Welt mehr als nur ausführlich beschrieben. Resignation und Verzweiflung bestimmen daher das Gesamtbild von Atzelgift und dennoch würde ich diesen Tonträger nicht vorschnell als Weicheirock titulieren, da die Band den erfolgreichen Versuch unternimmt, ihre negativen Emotionen in konstruktive Rock-Botschaften zu verpacken. Außerdem zeigt Herrenmagazin, dass sie auch noch über ordentlichen „Wumms“ verfügen, wie man z.B. bei den schnörkellos vorgetragenen Songs „alles (aus; alles) an“ oder „Lilly Lametta“ feststellen kann. Hier wird der Hörer bewusst auf die erfolgreiche Punksozialisation der Bandmitglieder hingewiesen und ich wünschte mir, dass diese Lieder auf der CD nicht die Minderheit, sondern die Mehrheit bildete. Alles in allem ist für mich Atzelgift (welche Drogen waren wohl an der Namensgebung mitbeteiligt???) dennoch eines der besten, da abwechslungsreichsten, Emo-Punk-Alben 2008, obwohl ich mir jetzt erst einmal zum Ausgleichen meines seelischen Gleichgewichts drei Folgen der Simpsons ansehen muss!


Tracks

1. Früher war ich meistens traurig
2. 1000 Städte
3. Der längste Tag
4. Lnbrg
5. Alles (aus; alles) an
6. Der langsame Tod eines sehr großen Tieres
7. Geht nicht über Nacht
8. Lilly Lametta
9. Lichter der Stadt
10. Atzelgift
11. Sowiedubist
12. Kein bisschen aufgeregt


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