Kasey Anderson: Nowhere Nights
Von Jürgen Hartke

Cover der CD "Nowhere Nights"; der Band "Kasey Anderson"

Bewertung:

Band: Kasey Anderson
Titel: Nowhere Nights
Genre: Rock

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Label: Blue Rose Records
Verlag: keine Angabe
VÖ: 12.03.2010


„Nowhere Nights“ heißt die neueste Veröffentlichung des aus Oregon stammenden Kasey Anderson. Die CD ist eine Reflexion seines bisherigen Lebenslaufes und enthält daher teilweise sehr persönliche Lieder. Schon der Opener „Bellingham Blues“ ist eine Auseinandersetzung mit einem Ort, den er schon viel früher hätte verlassen sollen, da er sich dort nicht richtig wohl gefühlt hatte.

Auch viele andere Titel handeln von Veränderungen, die notwendig sind, vom Wunsch nach Veränderung oder von der Unausweichlichkeit von Veränderungen. Kasey Anderson hat einen einschneidenden Schnitt in seinem Leben als Anlass genommen, die verschiedenen Facetten von Veränderungen, die es im Leben geben kann, musikalisch umzusetzen.

Etwas aus diesem Rahmen fällt der Song „I Was A Photograph“, der Lance Cpl. James Blake Miller gewidmet ist. Ein von dem Fotografen Luis Sinco während des Irak-Krieges aufgenommenes Bild zeigt Miller als einen erschöpften, Zigarette rauchender Soldat. Dieses Bild wurde von den amerikanischen Medien positiv aufgenommen und zu einem Symbol des Irak-Krieges hochstilisiert. Das Lied beschäftigt sich mit den psychischen Problemen Millers nach dem Krieg.

Den musikalischen Stil Andersons kann man mit Bruce Springsteen oder noch besser, mit Steve Earle vergleichen. So erinnert mich der Titel „Torn Apart“ an Steve Earle's „Copperhead Road“. Aber während „Copperhead Road“ filigran wirkt, klingt „Torn Apart“ wie ein wuchtiger Klotz.

Auch die Texte erreichen nicht die Qualität von Springsteen oder Earle. Ihre Songs kann man sich bildlich vorstellen – wie ein Kinofilm im Kopf. Aber die Texte von Kasey Anderson sind mit Metaphern und Bildern überladen, man kommt nicht dazu, das Lied vor dem „geistigen Auge“ zu sehen, da man damit beschäftigt ist, herauszufinden, was er eigentlich sagen will. Die Bilder, die ich dann vor Augen habe, wirken surrealistisch. Als Beispiel möchte ich die ersten Zeilen von „I Was A Photograph“ nennen: „sky the color of a match been struck / sun just hangin' like the noose got stuck / and you can try to stare it back down but you can't cover it up“.

Die CD ist gut produziert, aber mich überzeugt sie nicht hundertprozentig. Wer die Musik von Bruce Springsteen, Steve Earle, Tom Petty oder Ryan Adams mag, sollte aber mal reinhören.

 


Tracks

Bellingham Blues
All Lit Up
Sooner/Later
Home
Torn Apart
Leaving Kind
Nowhere Nights
From Now On
I Was A Photograph
Like Teenage Gravity
Real Gone


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