Kitty, Daisy & Lewis: Kitty, Daisy & Lewis
Von Jürgen Hartke

Cover der CD "Kitty, Daisy & Lewis"; der Band "Kitty, Daisy & Lewis"

Bewertung:

Band: Kitty, Daisy & Lewis
Titel: Kitty, Daisy & Lewis
Genre: Jazz & Blues

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Label: Sunday Best
Verlag: Rough Trade
VÖ: 22.08.2008


Eine CD in fünfziger Jahre-Optik - muss wohl eine obskure Gesangsgruppe aus der damaligen Zeit sein- CD in den CD-Player geschoben - aus den Boxen kommt wie erwartet Musik im Sound dieser Zeit. Nur das Lied passt nicht - „Going Up The Country“ stammt doch ursprünglich von Canned Heat und ist erst in der zweiten Hälfte der Sechziger entstanden. Aber hier ist es unverkennbar ein R & B-Titel aus den späten Fünfzigern mit einer starken weiblichen Blues-Stimme. Doch da ist noch etwas: stellenweise klingt in diesem Titel auch ein weibliches Hillbilly-Duo im Stil der Davis Sisters durch. Eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Mischung - also erst mal den Begleittext zur CD lesen!

Des Rätsels Lösung: Kitty, Daisy & Lewis Durham (fünfzehn, achtzehn und siebzehn Jahre alt) sind drei Geschwister aus London, die sich ganz den Fünfziger Jahren verschrieben haben, nicht nur der Musik, sondern auch der Mode, der Technik usw. und jetzt ihre erste CD herausbringen. Man nimmt erstaunt zur Kenntnis, dass alle Instrumente von den Geschwistern selbst eingespielt wurden - in den freien Stunden, wenn mal keine Schul- oder Uni-Verpflichtung anstand. Aufgenommen wurde das Album im Heimstudio mit altehrwürdiger Analogtechnik.

Trotz allem wird auf der CD nicht zurückgeschaut. Die Geschwister beschränken sich nicht auf das Nachspielen von alten Titeln - es ist ihnen gelungen, aus der Sicht der Nachgeborenen die Essenz des Rock 'n' Rolls herauszufiltern und so den alten Stücken einen frischen Sound zu geben, dass es richtig Spaß macht, die CD zu hören. Sehr gut gespielt ist die Blues-Harp. Auch das Piano-Spiel und die teilweise an Mickey Baker erinnernden Gitarren sind hörenswert.

Die schwächeren Stücken der CD sind - für mich als Freund der Country-Musik besonders schade - die hillbillyorientierten Titel „Mean Son Of A Gun“ und „Hillbilly Music“. „Mean Son Of A Gun“ fällt durch einen schwachen, eher amateurhaften Gesang auf, während auf „Hillbilly Music“ das Banjo-Spiel etwas holperig ist. Auch das Spiel der Lap-Steel-Guitar auf den beiden Hawaii-beeinflussten Titeln „Honolulu Rock-A Roll-A“ und Swinging Hawaii“ wirkt etwas angestrengt. Wenn man jedoch den Enthusiasmus und die Liebe für das Detail berücksichtigt, fragt man sich, ob diese Schwächen nicht auch beabsichtigt sind.

Die CD ist ein viel versprechendes Debüt einer Gruppe junger Menschen, die sich für den Lebensstil und die Musik der Rock 'n' Roll-Ära begeistern. Es bleibt zu hoffen, dass noch viele weitere CDs folgen werden. Wer die Gelegenheit hat, Kitty, Daisy & Lewis live zu sehen, sollte es sich nicht entgehen lassen. Leider führt ihre nächste Tour nur durch England.

Wer diese Möglichkeit nicht hat, kann sich auf www.myspace.com/kittydaisyandlewis einen Eindruck von den Live-Qualitäten verschaffen.
Es ist schon etwas her, seit der Rock 'n' Roll in den Charts vertreten war - mit der Single „Going Up The Country“ von Kitty, Daisy & Lewis steht der nächste Kandidat für einen Sommerhit vor der Tür.


Tracks

1. Going up the country
2. Buggin’ Blues
3. Polly put the kettle on
4. Honolulu Rock-A Roll-A
5. I got my mojo working
6. Mean son of a gun
7. Hillybilly music
8. Mohair Sam
9. OOO Wee
10. Swinging Hawaii


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