V/A: Rocksteady – The Roots Of Reggae
Von Presse

Cover der CD "Rocksteady – The Roots Of Reggae"; der Band "V/A"

Bewertung:

Band: V/A
Titel: Rocksteady – The Roots Of Reggae
Genre: Reggae

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Label: Moll-Selekta
Verlag: AL!VE
VÖ: 28.08.2009


Die sechzehnte Veröffentlichung von Moll-Selekta entstand im Zusammenhang mit dem gleichnamigen Film, einer wunderbaren und herzerwärmenden Hommage an die goldene Rocksteady - Ära. Sie zeigt die Aufnahmen des vorliegenden Albums in den Tuff Gong Studios in Kingston / Jamaika im April 2008, präsentiert die originalen Sänger/innen und Musiker und erzählt ihre Geschichte. Ausschnitte eines Live-Events dieser All Star-Riege im Zuge eines Reunion-Konzerts in Kingston und einiges authentisches, altes Filmmaterial komplettieren die Dokumentation. Nie gab es in der Historie Jamaikas, das, immerhin einzigartig auf der Welt, mit einem eigenen Sound einen festen Platz in der westlichen Popmusik eroberte, eine solch kompetente Zusammensetzung von Musikern.

Das Album präsentiert 15 alte Rocksteady-Klassiker in großartigen und tief inspirierten neuen Versionen, die in dem Studio aufgenommen wurden, in dem auch schon Bob Marley seine Alben produzierte. Alle neu aufgenommenen Songs sind mit natürlichen Instrumenten eingespielt worden, um den alten Rocksteady-Stil exakt nach zu empfinden. Unter der musikalischen Leitung von Ernest Ranglin, der als Gitarrist nicht nur in der Reggae-, sondern auch in der Jazzszene einen ausgezeichneten Ruf genießt, mixte Tontechnikerlegende Errol Brown – er arbeitete schon in den 60er Jahren unter Duke Reid im Treasure Isle Studio- die von Lynn Taitt ausgearbeiteten neuen Arrangements. Lynn Taitt – neben Ernest Ranglin der bekannteste Gitarrist und Bandleader Jamaikas in den 60er Jahren – konnte aus gesundheitlichen Gründen die musikalische Leitung leider nicht mehr übernehmen.

Rocksteady markiert in der jamaikanischen Musikgeschichte zeitlich nur einen kurzen Abschnitt, der grob von 1966 bis 1968 reicht, der den schnellen, vorwiegend instrumentalen Ska der ersten Jahre in den Sixties ablöste und durch die Betonung auf den Bass, feinere Melodieführung und den jetzt in den Vordergrund tretenden Sängern und Vokaltrios das Fundament für den Reggae legte. Nie wieder gab es eine solche Fülle großartiger Songs in einer so kurzen Phase; deswegen bezeichnen viele Musikfans sie als die goldene Ära.

Wie Ken Boothe – einer der Protagonisten jener Zeit – im Film treffend bemerkt: „Music have a lot to do with people“, so treffen wir viele dieser liebenswerten und großen Musikerlegenden im Film und auf dem Album wieder: Judy Mowatt, Rita Marley und Marcia Griffiths, die in den 60ern bereits ihre Solokarrieren verfolgten, ehe sie als  I-Threes im Background von Bob Marley auf Welttournee gingen und den Reggae in die Welt hinaus trugen. Hopeton Lewis, der den Rocksteady mit erfand, der große DJ (Toaster) U-Roy, der den Sprechgesang international bekannt machte und somit grundlegend Rap und HipHop mit beeinflusste sowie Stranger Cole, Derrick Morgan und Leroy Sibbles sind nur einige der Musikerlegenden, die uns hier begegnen, und die sich zum Teil nach über vierzig Jahren zum ersten Mal wieder zum gemeinsamen Musizieren getroffen haben.

Auf dem größten Jazz-Festival der Welt in Montreal treffen sie sich im Juli 2009 erneut, wenn ihr Auftritt dort die Premiere des Films begleiten wird. Vielleicht folgen weitere Tourneen, die, ähnlich wie beim Buena Vista Social Club, der seine Wiedergeburt und des damit einher gehenden weltweiten Interesses an der kubanischen Musik einem Film Wim Wenders’ mit verdankt, diesen jamaikanischen Musikerpersönlichkeiten und dieser großartigen musikalischen Stilrichtung eine gebührende späte Anerkennung schenken.

Die CD erscheint im 8-seitigen Digi-Pack mit 16-seitigem Booklet mit ausführlichen liner notes vom amerikanischen Musikjournalisten Chuck Foster mit einem Abriss über die Rocksteady-Jahre und detaillierten Angaben zu den einzelnen Songs sowie deren – noch lebenden - Musiker und Sänger/innen.

Ein in jeder Hinsicht historisches Werk, das Reggaefreunden den Sommer versüßen und allen anderen eine vielleicht bis dato unbekannte Tür in der Musikgeschichte Jamaikas öffnen wird.


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