Yannick Délez: Boréales
Von Presse

Cover der CD "Boréales"; der Band "Yannick Délez"

Bewertung:

Band: Yannick Délez
Titel: Boréales
Genre: Jazz & Blues

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Label: Unit Records
Verlag: keine Angabe
VÖ: 16.03.2012


Nachdem ich Yannick Délez schon mehrmals bei Konzerten gehört hatte, dachte ich, allein die Intimität eines aufmerksam lauschenden Raumes biete seinem Klavierspiel Gelegenheit, die ihm eigene Spontaneität voll und ganz zu entfalten. Seine neue CD von atemberaubender Perfektion vermittelt jedoch genau diese Qualität der Präsenz seiner Musik – treu und geheimnisvoll zugleich. Geheimnisvoll deshalb, weil die nostalgische und lichtdurchflutete Lyrik dieses Künstlers mit Worten unmöglich zu beschreiben ist. Die Melodie singt, alles überflügelnd, ist frei, grosszügig, aber auch wie mit einer Nadel präzise durchgezogen. Sie bleibt selbst dann stimmlich erkennbar, wenn sie in die anhaltenden Pointillismen eintaucht und sich darin verliert. Sie ist lebhaft und erfinderisch, auch wenn sie sich verfeinert, verdünnt, bis sie nur noch skizzen haft übrigbleibt, weit entfernt von der maschi nellen Strenge eines Minimalismus. Ihre „Kreise“ führen hier nicht ins Leere, denn die Kunst der manchmal winzigen Variationen durchdringt die Klaviatur und drängt darauf, sich ständig neu zu erfinden.

Progressionen von Gefügen und Zeiten, Klangebenen, die Kopf stehen, „Erdrutsche“ von der Einzur Mehrstimmigkeit... Dieses Klavierspiel ist ein Wunderwerk – allein das Stück „Solar“ lässt alle Zweifel verschwinden. Diese Virtuosität ist so originell und bescheiden, dass man in ihr im wahrsten Sinne des Wortes einen „Stil“ erkennen muss. Die Kunst von Yannick Délez in „Boréales“ (Nordlichter) ist schwerer denn je mit einer Etikette zu versehen: Der Musiker erinnert sich an alles, was ihn beeinflusst hat und befreit sich gleichzeitig völlig davon. Er führt uns seine Berufung als Jazz- Pianist vor Augen – nicht ohne Ironie in einigen seiner rasanten Miniaturstücke – und steht dabei zu einer von unglaublich inspirierter Innerlichkeit geprägten Balladenromantik („All the things you are“, „Vignette“). Vor allem aber scheinen einige seiner Kompositionen von einem genauso intimen, aber tiefgreifend epischen Geist der Brahmschen „Ballade“ getragen („Concave“, „Boréales“). Keinerlei Monotonie in den Stücken von Yannick Délez, dafür aber ein einzigartiger Sinn für Monochromie:

Ein melodischer Hauch, der die Jazz-Kanons verinnerlicht und hinter sich gelassen hat, der den standardisierten Abfolgen das Erkunden einer Farbenpalette vorzieht, eines harmonischen Kontexts, der auf subtile Art und Weise über klare und gleichzeitig gewundene imaginäre Pfade moduliert wird. Es ist schwierig, diese Lyrik in Worte zu fassen. Sie entsteht auch ganz einfach aus dieser Fähigkeit, die Intensität der Gegenwart festzuhalten; ein Privileg der ganz grossen Musiker. Man sollte deshalb entweder vollkommen eintauchen in „Boréales“ – oder besser daran vorbeigehen. - Valentin Peiry



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: 15.03.2012
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