Samsas Traum und The Veil
Musikzentrum Hannover (07.03.2008)
Die Tour:
Im Laufe der letzten Monate gab es einige Diskussionen um Samsas
Traum. Diese hatten unter anderem angekündigt, dass Fans künftig damit
rechnen müssten "verletzt zu werden". Man durfte also gespannt sein. Am
Samstag war die Kultband im Musikzentrum
in Hannover und spielten vor einigermaßen vollem Haus.
Jensara Swann von The Veil
The
Veil
Als Vorband kamen die französischen Metaller von The
Veil zum Zuge und sollten die versammelte Menge schonmal
vorwärmen. Insbesondere für die rothaarige Sängerin Jensara
Swamm konnte sich der Pit schnell begeistern :) Von Ben
Notox an den Keyboards und Julian Gray als Prügelknabe
war aufgrund der Haarpracht zwar wenig zu sehen, aber
als Unterstützung für Jensara und Gitarrist Gregory Staley
waren sie formidabel. Aber auch musikalisch legte die
Kapelle ein gutes Tempo vor. Besonders gut gefiel mir
"Revelations". Definitiv ein passender Support für den
Abend. Nach guten 40 Minuten räumte die Band die Bühne
für den Auftritt des Herrn Kaschte.
Gregory Staley von "The Veil"
A.K.
Samsas Traum
Das aktuelle Doppel-Release-Album "Heiliges Herz"/"Wenn
schwarzer Regen fällt" hatte die Fans ganz gut auf das
vorbereitet, was nun folgte:
Unter Begeisterungsrufen stürmte eine "klassisch" geschminkte
Black-Metal-Band die Bühne. Alexander Kaschte wollte sich
insbesondere mit "Heiliges Herz" wieder stärker an seinen
eigenen musikalischen Wurzeln orientieren. Das "Zeitalter
der Bäume" läutete als Opener die erste Hälfte des Konzerts
ein und spülte den Zuhörern schonmal die Gehörgänge frei.
Als "vegane Black-Metal-Band" führte ST dem Publikum ab
der zweiten Hälfte symbolisch die Konsequenzen des Nicht-Veganseins
vor: Kaschte erschien in weißem Shirt, (kunst-)blutverschmiert
und hatte ein Weinglas Kunstblut dabei. Dieses wurde halbwegs
gerecht unter den vorderen Reihen verteilt, unter anderem
auch gespuckt, womit ST wieder einmal ihre Vorreiterstellung
als avantgardistische Band bestätigten.
Stevie Lee für ST
Bei dem Stück "Heiliges Herz" wurde
die Combo von Jensara Swamm von The Veil unterstützt,
und mit "Rache" läutete man den letzten Teil des Konzerts
ein. Wer auf Klassiker gewartet hatte, der wurde nicht
enttäuscht, denn es folgten Lieder wie "Stromausfall im
Herzspital", "Für immer" und "Bis ans Ende der Zeit".
Mit "Graveyard Slut" kam vor der letzten Zugabe noch eine
Hommage an Dark Throne und in der letzten Viertelstunde
ging es mit "Die Zärtlichkeit der Verdammten", ein Fötus
wie du und "Kugel im Gesicht" noch einmal heiß her.
Wie man es auch betrachten mag, Samsas Traum bleibt seinem
Ruf treu: Ein gelungener Abend.
Fotos: Ronald Becher, Bericht: Ronald
Becher om. 11.03.2008